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Kanarischen Inseln
Santa Cruz de Tenerife
Teneriffa: Die größte Insel der Kanaren besteht im wesentlichen aus einem zentralen Gebirge und Tälern, ein Teil der Insel wurde unter Naturschutz gestellt. Der Pico de Teide, ein Berg vulkanischen Ursprungs, ist mit 3718 m der höchste Punkt Teneriffas. Im nordwestlichen Teil der Insel erhebt sich das Tenogebirge. Von der Landzunge Punta de Teno aus hat man einen wunderschönen Blick auf die Nachbarinsel La Gomera. In einem kleinen Tal an der Südseite des Gebirges liegt der idyllische Ort Valle de Arriba, mit einer hübschen kleinen Kapelle am Dorfeingang. Die Gegend um Valle de Arriba herum ist ein Weinanbaugebiet.
Die Inselhauptstadt Santa Cruz ist gleichzeitig das Verwaltungszentrum der westlichen Kanaren und liegt im Nordosten der Insel. Die Stadt hat ein reiches Angebot an interessanter Architektur (z. B. die San Francisco-Kirche), und die Museen bieten einen guten Überblick über Kunst und Kultur der Kanarischen Inseln. In Puerto de la Cruz, dem wichtigsten Urlaubsort, gibt es Gebäude aus dem 17. Jahrhundert. Ein Großteil der Gegend um den alten Fischerhafen herum ist voller enger Gassen mit Kopfsteinpflaster und kolonialer Architektur. Im Süden der Stadt befindet sich ein sehenswerter Botanischer Garten.
La Laguna ist ist Teneriffas zweitgrößte Stadt und liegt inmitten einer herrlichen Landschaft im Tal Aguere. Hier befindet sich die San-Fernando-Universität und der Bischofspalast. In La Laguna gibt es viele sehenswerte Kirchen, die Catedrale Santo Domingo und die Kirche Nuestra Señora de la Concepción mit ihrer barocken Holzkanzel aus dem 18. Jahrhundert sind besonders schön. Candelaria, eine direkt am Meer gelegene Ortschaft, ist der bedeutendste Wallfahrtsort der kanarischen Inseln. Hier wird die Virgen de la Candelaria (Lichtbringende Jungfrau), als Schutzheilige der Kanaren verehrt. Die Wallfahrtskirche Basílica de Nuestra Señora de la Candelaria steht am Plaza de la Patrona de Canaria. Zwischen der Plaza und dem Ortsstrand Playa de Candelaria stehen 9 Bronzestatuen berühmter Guanchenkönige (die Guanchen waren die Ureinwohner der Kanaren).
Im Nordosten der Insel befindet sich ein wildbewachsenes, zerklüftetes Gebirge, das sich aus dem Meer auf etwa 100 m Höhe erhebt. Das Ananagebirge bietet herrliche Wandermöglichkeiten, mit einem Mietwagen kann man zum Barranco de las Huertas und entlang des Gebirgsgrats weiter in Richtung La Laguna fahren. Am Nordhang des Ananagebirges liegt der malerische Ort Taganana mit verwinkelten, kleinen Gassen und einer dreischiffigen Dorfkirche. Die Nordwestseite des Ananamassivs wird vom Bosque de la Mercedes, dem Mercedeswald, bedeckt.
La Palma: Die Isla Bonita (»schöne Insel«), wie La Palma auch von den Einheimischen genannt wird, ist in ihrer Größenordnung die höchstgelegene Insel der Welt. La Palma bietet eine dramatische Naturlandschaft mit Regenwäldern, Vulkanen und Gebirgen. Hier wachsen Lorbeer- und lichte Kiefernwälder. In der Inselmitte befindet sich einer der größten Krater der Welt, der Caldera de Taburiente. Vom Aussichtspunkt La Cumbrecita hat man den besten Überblick über den Vulkan. Die Hauptstadt Santa Cruz hat wunderschöne historische Bauwerke aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Der Stadtkern mit seinen kleinen Gassen und Strässchen wurde von der UNESCO unter Denkmalschutz gestellt.
San Andres y Sauces ist durch seine Bananenplantagen ein Haupthandelszentrum von La Palma und bietet von seiner Plaza einen schönen Panoramablick auf das Meer. Los Tilos, ein Lorbeer- und Farnwald bildet zusammen mit El Cubo de la Galga den größten Laubwald auf den Kanaren. In Villa de Mazo wird ein berühmter Rotwein angebaut. Mazo hat an den Wochenenden auch einen bekannten Bauernmarkt, bei dem regionale Spezialitäten und frischgeerntetes Obst angeboten werden. Im Nordwesten der Insel liegt Puntagorda, ein malerisches kleines Dorf, das inmitten von Mandelbäumen liegt. Entdeckungsfahrten über die Insel sollte man z. B. nach Los Llanos de Aridane, Tazacorte, Mazo, zur Belmaco-Höhle und zur Grotte Cueva Bonita machen.
Fuencaliente im Süden von La Palma ist neben Mazo das bekannteste Weinanbaugebiet. Unterhalb von Fuencaliente liegen die zwei Vulkane Teneguia und San Antonio, die zuletzt in den 1970er Jahren ausbrachen.
La Gomera: Isla Colombina (»Kolumbusinsel«), wie La Gomera auch genannt wird, hat eine dramatisch abwechslungsreiche Landschaft mit weißen Sandstränden und schroffe Bergstriche, Plantagen, fruchtbaren Tälern, Regenwäldern und Vulkankegel. Die Insel ist touristisch weniger erschlossen als die anderen Kanareninseln und die vorhandenen touristischen Infrastrukturen fügen sich nahtlos in die Landschaft Gomeras ein. Hier gibt es keine Hotelburgen wie auf manchen der Nachbarinseln. Auf La Gomera kann man herrlich wandern, die Insel ist mit Wanderwegen und -pfaden überzogen. Der höchste Punkt ist der Vulkankegel Pico de Garajonay (11487 m), der sich in dem gleichnamigen Nationalpark befindet. Der Parque Nacional de Garajonay wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der größte Teil des Parkes besteht aus dem Bosque del Cedro (Zedernwald) und jahrhundertealten Lorbeerbäumen (Laurisilva). Im El Cedro wachsen baumhohe Erikagewächse sowie der seltene Zedernwacholder. Die Bäume werden bis zu 500 m hoch und wachsen in in bizarren Formen. Die Nebelschwaden der ständigen Passatwinde ziehen durch die Wälder und sind für das subtropisch warme und feuchte Klima verantwortlich. Von den Lorbeerbäumen und Zedern hängen lange Moosbärte herab, die zusammen mit den tiefziehenden Wolkenfetzen den Park in einen Märchenwald verwandeln.
Die Landschaft auf La Gomera ist rauh, aber nicht so bergig wie auf den anderen Inseln. Weltweit einmalig ist die uralte Pfeifsprache der Gomeros, El Silbo. Die Sprache, deren Silben aus Pfifflauten in verschiedener Tonhöhe und -länge gebildet werden, wurde früher zur praktischen Kommunikation in den zerklüfteten Bergen und Tälern der Insel benutzt.
Die Hauptstadt San Sebastián ist das geschäftliche Zentrum von Gomera. Am Hafen legen die Fähren aus Teneriffa an. 1492 landete Christoph Kolumbus in San Sebastián, um Vorräte und Wasser aufzunehmen. In der alten Festung Torre del Conde wird sein Andenken aufrechterhalten. Sehenswert ist auch die Kirche La Asunción.
Hermigua liegt in einem steilen Tal und erstreckt sich über 6 km zum Meer herab. Hier befindet sich das größte Bananenanbaugebiet der Insel, auch Getreide und Zitrusfrüchte werden angepflanzt. Bei Hermigua liegt der Kiestrand Playa de Hermigua, das Baden ist jedoch, wie an vielen andere Stränden auf La Gomera, wegen der starken Unterwasserströmungen sehr gefährlich. Ganz in der Nähe befindet sich der Wasserfall El Chorro. Vallehermoso (»das schöne Tal«), ist die größte Gemeinde Gomeras. Hier wird der bekannte Palmenhonig (Miel de Palma) hergestellt. Nahebei stehen die bizarren Felssteinformationen Los Organos (»die Orgelpfeifen«), die nur von Meer aus zu sehen sind. An der Straße in Richtung Vallehermoso liegt die Quelle Chorros de Epina, deren Wasser magische Fähigkeiten besitzen soll. Im Westen liegt das Dorf Alojara, das einen Strand mit feinem, schwarzem Sand besitzt. Ein weiterer ruhiger Strand ist La Rajita, unterhalb des Ortes La Dama im Südwesten der Insel gelegen.
El Hierro: Diese Insel ist die westlichste und kleinste der Kanaren. Die ganze Insel wurde von der UNESCO zu einem Biosphärenreservat erklärt. El Hierro ist klein, bietet jedoch eine unglaubliche Landschaftsvielfalt. Die Küste besteht aus steilen Klippen, die sich bis zu 1000 m erheben, es gibt daher wenig Sandstrände (der längste Strand der Insel, der Playa de Verodal, hat rötlichen Sand). Trockene Landstriche wechseln sich mit der vulkanischen Landschaft im Süden und Westen der Insel ab, das Tal El Golfo im Südwesten ist grün und fruchtbar (hier werden u.a. Wein, Ananas und Feigen angebaut), und in der Mitte der Insel stehen dichte Pinienwälder. Wie auf den anderen kanarischen Inseln gibt es viele endemische Pflanzenarten, unter anderem wachsen auf El Hierro Riesenbuchen und 1000jährige Sadebäume. Die Insel besitzt auch die höchste Dichte an Vulkanen in der ganzen kanarischen Inselgruppe, es gibt circa 500 Vulkankegel auf der Erdoberfläche und 300 weitere Krater, die durch frührere Lavaströme verschüttet wurden. Im Westen von El Hierro wachsen malerische Wacholdersträucher (El Sabinar), die von den ständigen Winden über Jahrhunderte hinweg in bizarre Gestalten gepeitscht wurden.
Die Hauptstadt Valverde liegt 600-700 m über dem Meeresspiegel an einem Berghang. Es gibt eine hübsche Dorfkirche, die Santa Maria de la Concepción, die aus dem 18. Jahrhundert stammt. Direkt gegenüber steht das in dem typischen kanarischen Stil erbaute Rathaus. Alle vier Jahre im Juli findet in Valverde das größte Festival der Insel statt, die Bajada de la Virgen de Los Reyes (Der Abstieg der Jungfrau). Bei diesem Fest wird eine Marienstatue in einer feierlichen Prozession von ihrer Eremita bis nach Valverde getragen. Das farbenprächtige Spektakel dauert mehrere Wochen und wird in jedem Dorf gefeiert. Malpaso ist mit 1300 m die höchste Erhebung der Insel, La Restinga ist der südlichste Punkt der Kanarischen Inseln. In der Nähe der Hauptstadt liegen Taibique, Frontera und El Barrio. Der westliche Teil der Insel ist fast unbewohnt.
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